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Isländische Traditionen

Feste und Bräuche in Island

In Island gibt es ganz besondere Traditionen, die sich teils stark von den Bräuchen in Mitteleuropa unterscheiden. Vor allem durch alte heidnische Überlieferungen wie jene von den nordischen Göttern Odin, Thor & Co. sowie der Glaube an Elfen und Trolle haben ihren Einfluss auf die isländische Kultur genommen und prägen diese bis heute.

Die Island-Traditionen auf einen Blick

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen die wichtigsten isländischen Bräuche und Feste vor, wie beispielsweise das traditionelle Þorrablót samt zugehörigen Fest, die isländischen Weihnachtskerle und die Laufabrauð-Kunst, bei der sogenannte Laubbrote mit schönen Verzierungen als essbare Dekoration hergestellt werden.

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Þorrablót – ein Fest mit leckeren Speisen & schönen Tänzen

Im Februar feiern die Isländer das seit langer Zeit traditionelle Fest “Þorrablót”. “Þorri” ist eine alte Monatsbezeichnung für die Zeit von Mitte Januar bis Mitte Februar. “Blót” steht für ein Ritual mit Opfergaben für die Götter. Heute wird beim “Þorrablót” gegessen, getrunken und getanzt.

Seit etwa 50 Jahren wird hierbei das alte traditionelle Essen gegessen, das “Þorramatur”, welches es heute tagtäglich nur noch selten gibt. Dazu bringt jeder etwas mit, entweder für sich selbst oder für das gemeinsame Buffet. Für die Isländer war es früher wichtig, dass ihre Nahrungsmittel im Winter lange haltbar waren. So gehören zum Þorramatur sauer Eingelegtes wie Schafskopfsülze und Widderhoden. Weiterhin gibt es Steckrübenbrei, Hangikjöt (geräuchertes Schafsfleich), gekochter Schafskopf, Hai und natürlich Brennivín, den typischen isländischen Branntwein.

Den Hai, “Hákarl” muss man mindestens einmal probiert haben. Er lässt sich am besten zusammen mit Brennivin in kleinen Bissen hinunterschlucken. Das Haifleisch wird vor dem Verzehr ein paar Monate eingegraben. Das traditionelle Essen dauert etwa 1 bis 2 Stunden, dazwischen wird immer wieder gesungen. Die Isländer singen viel und gerne. Es werden kurze Aufführungen und Sketche vorgetragen und bis weit in den Morgen getanzt.

Ásatrú, Elfen und Trolle – alte Bräuche leben weiter

Ásatrú, der Glaube an die nordische Mythologie mit den Göttern Odin und Thor an der Spitze, ist in Island durchaus noch präsent.

Die Isländer feierten zwar im Jahr 2000 das 1000-jährige Jubiläum der Christianisierung, im Grunde ist es aber nur ein Teilerfolg, der hier zelebriert wird. Das historische Geschehnis hatte sich recht atypisch vollzogen – friedlich und in einer Art Kompromiss: Offiziell trat man zum Christentum über, privat blieb es aber gestattet, der alten Mythologie weiterhin nachzuhängen.
Obwohl das Christentum (96% christlich, die meisten evangelisch) nominell die dominierende Religion ist, so sind doch noch weit mehr als nur Reste des Ásatrú vorhanden.

Es ist auch kein Wunder, die wild-romantische Landschaft Islands (insbesondere im kaum bewohnten Landesinneren) mit den Sümpfen und Geysiren lässt natürlich sehr viel Spielraum für mythologische Wesen wie Elfen, Trolle und Kobolde, was die Geschichten, Legenden und Traditionen am Leben erhält. Dementsprechend ist auch der Advent durch den Jólasveinn (12. bis 24. Dezember) zumindest ebenso stark geprägt, wie durch die christlichen Auffassungen und diese 13 Tage stehen auch im Zentrum weihnachtlichen Brauchtums.

Gleðileg Jól! – isländische Traditionen an Heiligabend & davor

Weihnachtsmann mit Kindergruppe bei Weihnachtsbaum in Island

Wir möchten Ihnen die isländischen Traditionen in der Adventszeit und an Weihnachten näher bringen:

Isländischer Adventskalender

Der Adventskalender hat in Island keine lange Tradition, schließlich hatte man ja den Jólesveinn-Brauch. Trotzdem hat er natürlich auch auf der Insel Einzug gehalten und dort sein Lokalkolorit erhalten.

Jólasveinn

Die Legende der Jólasveinar und das darauf bezogene Brauchtum könnte man (auf uns Geläufiges übertragen) wohl als eine Art Mischung zwischen Krampus/Nikolaus (5./6. Dezember) und Adventskalender bezeichnen.

Jólasveinar heißt übersetzt soviel wie Weihnachtskerle. Es gibt deren 13, alle Söhne von Grýla und Leppalúði, einem Riesen-Ehepaar, dessen Existenz im 13. Jhdt. begründet wurde. Da Leppalúði bettlägerig war, musste seine Gattin Grýla auf Nahrungsbeschaffung gehen, was u.a. dadurch geschah, dass sie unartige Kinder fing. Klar, dass die Legende durch Jahrhunderte hindurch erfolgreich als Erziehungsfaktor beim unartigen Nachwuchs eingesetzt wurde.

Erheblich entschärft wurde dieser Schrecken der Kinder im Laufe der Jahre jedoch durch Hinzugabe von Zuckerbrot zur Peitsche: Die Jólasveinar übernahmen das Kommando im Brauchtum. Diese sind schon alleine deshalb weniger schrecklich, weil sie nur mehr Kobolde sind und auch ihre Namen eher harmlos wirken, z.B. Hurðaskellir (Türknaller), Þvörusleikir (Kochlöffellecker) oder Gluggagægir (Fenstergucker).

Die Kobolde haben ihre Auftritte zwischen 12. und 24. Dezember, jeden Tag ein anderer und ihre Aufgabe besteht darin, Kindern ein Zeugnis für deren Verhalten abzugeben, indem sie etwas in deren Schuhen auf dem Fenstersims hinterlassen: Süßigkeiten und kleine Geschenke für die braven, Kartoffeln oder Übleres für die unartigen.

Jólaköttur – Die Weihnachtskatze

Nach einer Legende waren nicht nur unartige Kinder zu Weihnachten von Strafe bedroht, sondern auch alle faulen Leute. Als faul galt jemand, der die Regel durchbrach, dass sämtlich im Herbst gewonnene Wolle bis Jól aufgearbeitet sein musste. Wer dabei eifrig mitgeholfen hatte, wurde mit Kleidung entlohnt.

Jedermann, der im abgelaufenen Jahr kein neues Kleidungsstück hinzugewonnen hatte, musste nun fürchten, Jólaköttur, einer gigantischen, blutrünstigen Katze, die keine Mäuse sondern Menschen jagt, zum Opfer zu fallen. Insbesondere die Armen in der Bevölkerung, deren einzige Chance auf neue Kleidung in harter Arbeit bestand, wurden mit der Erinnerung an Jólaköttur zu mehr Eifer angespornt.

Weihnachten in Island - Ein Blogbeitrag

Laufabrauð

Laufabraud Teig mit Muster

Das Laubbrot, welches auf keiner Festtagstafel fehlt, ist weniger als Speise zu sehen, denn als Ausübung einer Tradition. Die kunstvollen Muster sind innerhalb jeder Familie von Generation zu Generation weitergegeben worden und haben beinahe den Stellenwert eines Familienwappens.

Laufabrauð bedeutet „Laubbrot“/„Blattbrot“ – es ist aber, auch wenn der Name danach klingt, keine Herbst-Tradition. Vielmehr gehört es in Island zu Weihnachten wie hierzulande Vanillekipferl und Lebkuchen. Es ist ein reich verziertes Fladenbrot, sehr knusprig und dünn, und wirkt nach dem Ausbraten in heißem Fett tatsächlich so zart und fragil wie ein trockenes Laubblatt. Laufabrauð stammt aus dem Norden Islands, mittlerweile hat es sich jedoch auf der ganzen Insel durchgesetzt und ist als fertiges Produkt in fast jedem Supermarkt zu kaufen.

Reisen nach Island in der Adventszeit

In der Vorweihnachtszeit verwandelt sich Reykjavík in eine leuchtende Stadt mit traditionellen Bräuchen und Geschichten.

Genießen Sie den berühmten Weihnachtsbrunch im Restaurant Satt oder im Restaurant VOX (als Mittagessen inkl., als Abendessen gegen Aufpreis möglich). In warmer Atmosphäre können Sie frisch zubereitete isländische Spezialitäten probieren. Anschließend können Sie die Einkaufsstraße Laugavegur entlang bummeln. Besuchen Sie Cafés und Kunstgalerien. Die vielen Freibäder Reykjavíks locken die Gäste mit ihren warmen Hotpots zu einem gemütlichen heißen Bad. Lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre in Reykjavík verzaubern: Die langgedehnte Morgen- und Abenddämmerung, Nordlichter und eine Stadt erleuchtet von Weihnachtsschmuck.

Reise nach Island zur Adventszeit

Silvester in Island

In der Silvesternacht geschehen magische Dinge in Island. Nach alten isländischen Volkssagen ist die Grenze zwischen der sichtbaren und der verborgenen Welt an diesem Tag offen. So können Kühe sprechen und Seehunde Menschengestalt annehmen. Elfen verlassen in dieser Nacht ihre Häuser, um am Lagerfeuer zu tanzen und sich ein neues Zuhause zu suchen.

Wie wird in Island Silvester gefeiert?

Die Silvesternacht in Reykjavík könnte man in 3 Phasen aufteilen:

„Brenna“

Die traditionellen Áramótabrenna (die Silvesterfeuer) werden in verschiedenen Stadtteilen von Reykjavík (z.B. Suðurhlíðar, Ægisíða, Seltjarnarnes u.v.m) um ca. 20.30 Uhr gezündet. Hier genießen die Isländer mit ihren Familien und Freunden das Beisammensein und feiern das Ende des Jahres.

Zeit für den TV

Gegen 22.30 Uhr wird man kaum mehr Isländer auf der Straße treffen. Wo sie alle sind? Vor dem Fernseher natürlich, denn es ist Zeit für „Áramótaskaup“, die beliebteste TV-Comedy am Silvesterabend, die seit den 60er Jahren den Isländern viel Gesprächsstoff um den satirischen Jahresrückblick liefert. Was machen Reisende um diese Zeit? Am besten genießen Sie ein Dinner im Restaurant (frühzeitige Reservierung nicht vergessen!). Einen wahren kulinarischen Gaumenschmaus findet man z.B. im zentral gelegenen Restaurant „Messinn“ in der Lækjargata 6.

Feuerwerk in Reykjavík

DAS Feuerwerk!

Sie glauben bereits ein großes Feuerwerk erlebt zu haben?

Dann waren Sie noch nicht beim Feuerwerk in Reykjavík dabei!

Die Isländer geben viel Geld aus für ein wahres Lichterfest und das ganz ohne schlechtes Gewissen. Mit den Einnahmen für das Feuerwerk unterstützen die Käufer die isländische Rettungsorganisation für Luft-, Land- und Wasserrettung.
Einen großartigen Ausblick auf das Feuerwerk hat man u.a. bei Perlan (auf einem Hügel gelegen). Aber Vorsicht – an windigen (wir meinen: stürmischen) Tagen, können die Raketen auch mal waagerecht fliegen. An windstillen Tagen dagegen ist die Stadt sehr schnell vernebelt.
Die anschließenden Neujahrspartys finden bei den Einheimischen zuhause statt oder in den zahlreichen Bars in der Innenstadt.

Lust auf Silvester in Reykjavik?

Reise nach Island an Silvester